Lehrstuhl für Geologie
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Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Miller

miller1986 bis 2003

Nach dem frühen Tod KLAUS SCHMIDTs wurde HUBERT MILLER im Jahre 1986 an das Institut berufen. Seitdem liegt einer der Schwerpunkte der Forschung weiterhin in den Ostalpen, die in vielen Dutzenden von Diplomarbeiten und Diplomkartierungen am Nordrand der Hohen Tauern und in den Bayerischen und Tiroler Kalkalpen bearbeitet wurden.

Dazu kommen aber Südamerika und die Antarktis. Während einer Gastprofessur in den Jahren 1963 bis 1965 an der „Escuela de Geología“ der Staatsuniversität in Santiago befasste sich Miller mit der Betrachtung des metamorphen Grundgebirges entlang fast der gesamten Küste Nord- und Zentral-Chiles.

Diese Andenforschung wurde durch einen weiteren Chile-Aufenthalt 1971 bis 1973, diesmal mit dem Sitz im südchilenischen Valdivia verstärkt. Schwerpunkte der Forschungen waren damals die Grundgebirgsgebiete der Provinz Aysén.

Während seiner Tätigkeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hatte Miller die Beziehungen zu den Anden gepflegt, nach Argentinien ausgeweitet und auch die Antarktis-Forschung ausgebaut. Beide Arbeitsschwerpunkte brachte er in München wieder zur Geltung.

In den folgenden 20 Jahren war die Grundgebirgs-Geologie Nordwest-Argentiniens eines der kontinuierlichen Arbeitsgebiete in der Anden-Forschung..

Mitte der neunziger Jahre nahm H. MILLER seine lange Zeit unterbrochenen Arbeiten zur Geologie der chilenischen Küstenkordillere wieder auf.

Die Münchener Antarktisforschung unter Hubert Miller stand stets im Zeichen der Zusammenhänge zwischen der Antarktischen Halbinsel und den Anden im Paläozoikum, d.h. vor dem Zerfall Gondwanas. Seit Mitte der neunziger Jahre gerieten dann Probleme der neogenen und rezenten Magmengenese im Nordteil der Antarktischen Halbinsel und auf den Süd-Shetland-Inseln in den Vordergrund. Sie fanden in Zusammenhang mit der geodätischen, GPS-basierten Neudefinition des Referenz-Netzes der Antarktis und der darauf folgenden Bestimmung der plattentektonischen Bewegungen im Raum der Antarktischen Halbinsel ihr wissenschaftliches Umfeld.

Weitere Aktivitäten

Die lange Tradition seiner Arbeiten in der Antarktis hatte seit 1978 die Bestellung des Lehrstuhlinhabers zum ständigen deutschen Vertreter in der Working Group on Geology des Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) zur Folge.

In seiner Person ist das Institut auch über die Anden hinaus mit den lateinamerikanischen Geowissenschaften verbunden. Er ist Mitglied des Beirates der Revista Geológica de Chile, Associate Editor des Journal of South American Earth Sciences und seit vielen Jahren Vorsitzender der DFG-Arbeitsgruppe „Geowissenschaftliche Forschungen in Lateinamerika“. Die enge Zusammenarbeit des Instituts mit Organisationen und Personen Südamerikas ist durch die Ehrenmitgliedschaft in der Asociación Geológica Argentina, seine Aufnahme in die Academia Nacional de Ciencias en Córdoba und die Verleihung des Herbert-Thomas-Preises der Sociedad Geológica Chilena gewürdigt worden. Seit 1988 ist er 1. Vorsitzender des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft München e.V.

Die Universität St. Kliment Ohridski Sofia, Bulgarien verlieh Hubert Miller im Jahr 2000 die Ehrendoktorwürde, 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die letzte Ehrung erhielt er 2006 durch die Benennung eines Seamounts (untermeerischen Tafelbergs) im Südpolarmeer mit seinem Namen.